Unterrichtsbaustein
Gleichungen und Lösungen
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Miriam Fenzl
Zusammenfassung
Kurzinfos
Unterrichtsfach, -fächer
Schulart(en)
Klassenstufe(n)
Sozialform
Lernphase
Differenzierung nach…
Zeitbedarf
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Gleichungen und Lösungen
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Dokumentübersicht
- Didaktisch-Methodischer-Kommentar
- Unterrichtsvorschlag
- Materialien
- Referenzen
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Didaktisch-Methodischer-Kommentar | Unterrichtsvorschlag | Materialien | Referenzen
Didaktisch-Methodischer Kommentar
Das Thema der Unterrichtsstunde ist im LehrplanPLUS für das Fach Mathematik der Jahrgangsstufe 7 im Lernbereich M7 3 „Lineare Gleichungen und Vertiefung der Prozentrechnung“ verankert. Es greift die Kompetenzerwartung auf, dass SuS zu innermathematischen Fragestellungen geeignete Gleichungen aufstellen und deren Lösungen mithilfe von Verfahren wie dem systematischen Probieren oder der Nutzung von Umkehraufgaben bestimmen können. (LehrplanPLUS Bayern, 2026)
Die fachliche Relevanz des Themas der Unterrichtsstunde begründet sich darin, dass das Lösen von Gleichungen durchdrungen werden soll, bevor die Äquivalenzumformungen eingeführt werden. Dies soll präventiv einem rein rezeptartigen Vorgehen entgegenwirken. Gleichungen stellen einen zentralen Grundbaustein für zukünftige Betrachtungen in der Mathematik und den Naturwissenschaften. Dies betrifft im Besonderen den Umgang mit Funktionsgleichungen in den höheren Jahrgangsstufen sowie das physikalische Arbeiten, bei dem das Aufstellen und Umformen von Formeln eine zentrale Tätigkeit darstellt. Ein rezeptartiges Vorgehen ohne inhaltliches Verständnis erweist sich hierbei als wenig tragfähig, da es in leicht veränderten Kontexten stark fehleranfällig ist.
Das Vorgehen eine Gleichung mittels systematischen Probierens zu lösen, wird erstmals eingeführt und durch das Modell der Balkenwaage anschaulich visualisiert. Im Sinne der didaktischen Reduktion konzentriert sich die Stunde bewusst auf lineare Gleichungen mit einer Variablen und positiven Lösungen. Die quadratische Gleichung wird lediglich kurz erwähnt, um ein Beispiel für Gleichungen mit mehreren Lösungen anzugeben und die Einschränkung des Waagen-Modells aufzuzeigen. Negative Gewichte existieren nicht. (Diese könnten mit einem Kraftmesser, mit dem man an einer Waagschale zieht, modelliert werden führt aber hier zu weit.) In der Folgestunde wird in dem vorbereiteten Arbeitsauftrag nochmals darauf eingegangen, wie sich die SuS beim systematischen Probieren bei einer fehlenden Annäherung der Werte verhalten müssen. Hierzu werden dann auch Gleichungen mittels dieser Methode gelöst, die keine oder eine negative Lösung haben.
Das Gleichheitszeichen wird im Kontext der Gleichung nun nicht länger als Aufforderung zum Ausrechnen (arithmetisches Verständnis), sondern als Symbol für ein statisches Gleichgewicht (algebraisches Verständnis) verstanden. Diese kognitive Umstrukturierung ist essenziell für das weitere mathematische Verständnis der SuS. Da die SuS dazu neigen, das Gleichheitszeichen ausschließlich als Ergebnisanzeige zu interpretieren, können an dieser Stelle Verständnisprobleme auftreten. Um diesem Lernhindernis zu begegnen, wird methodisch der Aspekt der Waage visualisiert und das Einsetzen als enaktive sowie rechnerisch nachvollziehbare Probe stark gemacht. Hierbei steht das Gleichgewicht im Sinne von Balance im Fokus (weniger die Assoziation mit „gleich schwer“). Die SuS können ihre erstellten Gleichungen mit Hilfe der Waage überprüfen und so eigenständig eine Lernzielkontrolle durchführen. Der symbolische Charakter der Balkenwaage unterstützt die SuS bei der Entwicklung der Umkehraufgaben. Dieses Konzept ist anschlussfähig für die spätere Einführung der Äquivalenzumformungen. Jede Änderung, die die SuS an der linken Waagschale tätigen, müssen sie auch rechts durchführen, damit die Waage ausbalanciert bleibt und die Gleichheit der Terme damit weiterhin gewährleistet ist. Auf diese Weise wird ein anschaulicher Zugang zu Äquivalenzumformungen geschaffen. Die Lernenden werden so angeregt, die logische Struktur der Umformungen nachzuvollziehen, statt Verfahrensweisen auswendig zu lernen. Dies wirkt der Gefahr entgegen, dass Gleichungen stur nach dem Schema ‚Solange umformen, bis x links alleine steht und rechts nur Zahlen‘ (Barzel & Holzäpfel, 2011) gelöst werden, ohne den mathematischen Sinn zu erfassen.
Unterrichtsvorschlag
| Datum: | Lehrkraft: |
| Unterrichtseinheit: | M7 3 Lineare Gleichungen und Vertiefung der Prozentrechnung |
| Thema der Stunde: | Gleichungen und Lösungen |
| Ziele und angestrebte Kompetenzen:
|
Die SuS…
… interpretieren die Lösungen von Gleichungen im Sachzusammenhang, indem sie Gleichungen an einer Waage nachbilden. Dabei überprüfen sie die ermittelte Lösung durch das Herstellen eines tatsächlichen Gleichgewichts enaktiv.
… lösen Gleichungen mit einer Variable, indem sie das Prinzip des systematischen Probierens/der Umkehraufgabe nutzen. |
Ablaufplan der Stunde
| Phasen/Teilziele/Inhalte | Medien | Methoden Aktions- und Sozialform |
Zeit |
| Einstieg:
Es ist eine sich im Gleichgewicht befindende Balkenwaage auf einem Experimentiertisch im Klassenzimmer aufgebaut. Die SuS beschreiben, was sie sehen und sollen diese Situation mathematisch darstellen. Die Gleichung wird notiert und es wird das Stundenthema: „Gleichungen und Lösungen“ sowie das Ziel der Stunde genannt. |
DK, TA, W |
UG, LV |
5 min |
| Erarbeitung 1:
Die SuS geben die Gleichung einer Sachsituation an.
Die SuS werden in Gruppen zugeteilt und erarbeiten sich das „Systematische Probieren“ mit Hilfe einer Balkenwaage. |
AB
TA AB, W |
EA, UG
GA, SV |
15 min (inkl. Umsetzen) |
| Lernzielkontrolle 1:
Ein/e SoS stellt die Gruppenlösung vor. Die LK erfragt zudem, auf was beim systematischen Probieren beim Betrachten der Termwerte geachtet werden muss. |
TA, DK
|
RF, UG
|
4 min
|
| Erarbeitung 2:
Die SuS erarbeiten sich das Lösen von Gleichungen mittels „Umkehraufgaben“ und prüfen ihre Lösungen mit Hilfe der Balkenwaage. |
AB, W |
GA, SV |
12 min |
| Lernzielkontrolle 2:
Ein/e SoS stellt die Gruppenlösung vor.
|
TA, DK |
RF, UG |
4 min |
| Erarbeitung 3:
Die SuS erarbeiten den Lückentext auf der Vorderseite des Arbeitsblattes. Sie dürfen Beispiele für Gleichungen mit verschiedener Anzahl an Lösungen nennen/bekommen Gleichungen zur Auswahl und ordnen diese zu. |
AB, TA
|
KV
UG |
11 min |
| Anwendung 1:
Die SuS wenden eine Methode ihrer Wahl an zwei Gleichungen an und eine SoS-Lösung wird präsentiert. |
AB |
PA, RF |
6 min |
| Anwendung 2:
Die SuS lösen die Anfangsgleichung mit Hilfe einer der gelernten Methoden. Öffnung des Tuchs und Aufdecken der Lösung.
Falls Zeit: Es wird eine LearningApp zum Zuordnen einer Lösung zur Gleichung gemacht: |
HE
TA |
UG
UG, EA |
3 min
|
| Arbeitsauftrag für die restlichen 30 Minuten: siehe angehängtes Material.
Hausaufgabenstellung: S.123/11,13ab |
Materialien
Materialien für diese Unterrichtsstunde als Word-Datei (.docx)
Die vorliegende Unterrichtsstunde als Word-Datei (.docx)
Waagen können käuflich erworben oder selbst hergestellt werden, z. B. mittels Lasercutter.
Referenzen & Bezüge
Barzel, B., & Holzäpfel, L. (2011). Gleichungen verstehen. mathematik lehren, S. 2-7.
Beutelspacher, A. (2018). Zahlen, Formeln, Gleichungen: Algebra für Studium und Unterricht. Gießen: Springer Spektrum, S.144-148.
Lambacher Schweizer Mathematik für Gymnasien 7. (2019). Stuttgart: Ernst Klett Verlag GmbH, S.120-123.
LehrplanPLUS Bayern. (2026). Von https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/gymnasium/7/mathematik abgerufen
Storz, R. (2011). Was heißt schon “gleich”? Die Idee der Gleichheit im Unterricht vermitteln. mathematik lehren, S. 44-45.
Tietze, J. (2015). Terme, Gleichungen, Ungleichungen: Rechenregeln begründen, Fehlerfallen vermeiden.Aachen: Springer Spektrum, S. 103-105.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt moreBNE
Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik (ZLF)
Abteilung Didaktische Innovation | IG 306
Gottfried-Schäffer-Str. 20
94032 Passau