DiLab-Blog: Innovationsraum Lehrkräftebildung > Unterrichtsbausteine > Making im Virtuellen Raum – Nachhaltige Stadtentwicklung am Beispiel Passau

Unterrichtsbaustein

Making im Virtuellen Raum – Nachhaltige Stadtentwicklung am Beispiel Passau

Universität Passau

Junghanns Elena, Schönberger Julia

Zusammenfassung

Die Lernenden nehmen in verschiedenen Rollen an einem Runden Tisch zur Stadtplanung teil. Anhand eines 360°-Fotos des Exerzierplatzes in Passau gestalten sie den öffentlichen Raum mithilfe der Software Delightex Edu virtuell so um, dass er im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung zukunftsfähig wird.

Kurzinfos

Unterrichtsfach, -fächer

Geographie

Schulart(en)

Mittelschule, Realschule, Gymnasium

Klassenstufe(n)

7, 8, 9, 10, 11, 12, 13

Sozialform

Gruppenarbeit

Lernphase

Wissensanwendung, Wissensvertiefung

Differenzierung nach…

keine Binnendifferenzierung

Zeitbedarf

3 Unterrichtsstunden

Unterrichtsbaustein

Making im Virtuellen Raum – Nachhaltige Stadtentwicklung am Beispiel Passau

Universität Passau

Zusammenfassung

Die Lernenden nehmen in verschiedenen Rollen an einem Runden Tisch zur Stadtplanung teil. Anhand eines 360°-Fotos des Exerzierplatzes in Passau gestalten sie den öffentlichen Raum mithilfe der Software Delightex Edu virtuell so um, dass er im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung zukunftsfähig wird.

Dokumentübersicht

  1. Didaktisch-Methodischer-Kommentar
  2. Unterrichtsvorschlag
  3. Materialien
  4. Referenzen

Kurzinfos

Unterrichtsfach, -fächer

Geographie

Schulart(en)

Mittelschule, Realschule, Gymnasium

Klassenstufe(n)

7, 8, 9, 10, 11, 12, 13

Sozialform

Gruppenarbeit

Lernphase

Wissensanwendung, Wissensvertiefung

Differenzierung nach…

keine Binnendifferenzierung

Zeitbedarf

3 Unterrichtsstunden

Didaktisch-Methodischer-Kommentar | Unterrichtsvorschlag | Materialien | Referenzen

Didaktisch-Methodischer Kommentar

Lehrziele:

  1. Die Lernenden beschreiben den Exerzierplatz hinsichtlich seiner aktuellen Nutzung, räumlichen Qualitäten und Defizite aus stadtplanerischer Perspektive.
  2. Die Lernenden erstellen mittels der Software Delightex Edu mindestens drei nachhaltigkeitsbezogene Gestaltungselemente in dem vorgegebenen 360°-Foto.
  3. Die Lernenden leiten aus den präsentierten Gestaltungsvorschlägen eine begründete Abstimmungsempfehlung ab.

Didaktischer Kommentar: 

  • Gegenwartsbedeutung: Städte weltweit stehen vor großen Herausforderungen wie zum Beispiel dem Klimawandel, der Verdichtung und sozialer Segregation. Nachhaltige Stadtentwicklung ist somit ein unmittelbar lebensweltlich relevantes Thema. Die Lernenden bewegen sich selbst in urbanen Räumen und erleben dort täglich Fragen von Flächennutzung, Verkehr, Umweltbelastung und Aufenthaltsqualität. Durch die Auseinandersetzung mit der Umgestaltung eines konkreten Platzes (den sie bestenfalls selbst kennen) wird Lebensweltbezug hergestellt. Durch die Rollenverteilung wird den Lernenden Verantwortung übertragen und ihre Partizipationsfähigkeit gestärkt.
  • ZukunftsbedeutungDie Lernenden erwerben Kompetenzen, die sie befähigen, solche komplexen Planungsprozesse zu verstehen, zu beurteilen und aktiv mitzugestalten. Insbesondere das Abwägen unterschiedlicher Interessen und das Entwickeln nachhaltiger Lösungsansätze sind Schlüsselkompetenzen für zukünftige gesellschaftliche Teilhabe.
  • Exemplarische Bedeutung: Die exemplarische Bedeutung der Stunde liegt darin, dass der Exerzierplatz als konkretes Fallbeispiel dient, an dem grundlegende Prinzipien nachhaltiger Stadtentwicklung erarbeitet werden. Die dort gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auf andere städtische Räume übertragen und fördern somit ein strukturelles Verständnis urbaner Entwicklungsprozesse.
  • Struktur des Inhalts: Die Stunde gliedert sich in drei Phase, wobei in der ersten den Lernenden das Setting und die Aufgabenstellung erklärt wird, sodass sie in der zweiten Phase selbstständig arbeiten können. In Phase 3 werden die Gestaltungsvorschläge präsentiert und ein gemeinsamer finaler Entwurf diskutiert und abgestimmt. Für diese Einheit sind inhaltliche Vorkenntnisse zu nachhaltiger Stadtentwicklung und erste Erfahrungen mit der Software Delightex Edu notwendig. 
  • Zugänglichkeit: Die Zugänglichkeit der Stunde wird durch ein handlungsorientiertes und motivierendes Setting gewährleistet. Das Rollenspiel ermöglicht eine hohe Identifikation mit der Aufgabe und fördert die aktive Beteiligung. Die Nutzung der digitalen Anwendung Delightex Edu unterstützt eine visuell-immersive und kreative Auseinandersetzung mit dem Raum. 

Unterrichtsvorschlag

Phase 1: Einstieg (15 Minuten) 

  • Gruppentische werden im Klassenzimmer aufgebaut. 
  • Die einzelnen Gruppen zur Umgestaltung des Exerzierplatz werden gebildet und die Rollenkarten (Material 1) ausgeteilt. 
  • Lehrkraft liest den fiktiven Antrag zur Umgestaltung des Exerzierplatzes vor (Material 2).

Phase 2: Arbeitsphase (70 Minuten)  

  • Brainstorming-Phase (ca. 10 Min.): Zu Beginn sollen die Lernenden Kritikpunkten am Exerzierplatz für ihre Rolle identifizieren, um anschließend anhand dieser mind. drei konkrete Vorschläge zur Umgestaltung des Exerzierplatzes zu erarbeiten. 
  • Gestaltungsphase (ca. 60 Min.): Die Lernenden gestalten nun mithilfe der Software Delightex Edu ein 360°-Bild um (entweder durch die LK zur Verfügung gestellt oder sie erstellen selbst eins), indem sie ihre Ideen visualisieren und im Bild darstellen. 

 Phase 3: Diskussion: Runder Tisch (50 Minuten) 

  • Es werden aus den Gruppen des Rollenspiels nun Expert*innengruppen gebildet.
  • In den Gruppen präsentiert jede Person, die Ergebnisse seiner Stammgruppe (ungefähr 20 Minuten).
  • Die Lehrkraft erklärt das Konzept des Runden Tisches.
  • Die Lehrkraft eröffnet die Runden Tische in den jeweiligen Expert*innengruppen. Anschließend sollen die Umgestaltungsmöglichkeiten diskutiert werden, um potenzielle Nutzungskonflikte zu identifizieren und einen finalen Entwurf, der möglichst für alle Rollen passt, zu erstellen (ungefähr 30 Minuten). 
  • Die finalen Entwürfe werden untereinander geteilt.

Materialien

Material 1: 

Anwohnende Senior*innen: Ihr vertretet besonders die Interessen der älteren Menschen, die den Platz im Alltag nutzen. Euch ist wichtig, dass der öffentliche Raum für alle gut zugänglich ist und Möglichkeiten für Begegnung und Aufenthalt bietet. Ihr achtet besonders darauf, wie der Platz das Zusammenleben in der Stadt beeinflusst und welche Gruppen davon profitieren oder ausgeschlossen werden könnten. 

Anwohnende Jugendliche: Ihr vertretet die Perspektive von Jugendlichen, die in der Nähe des Platzes leben und ihn in ihrer Freizeit nutzen. Euch ist wichtig, dass der Ort attraktiv und lebendig ist und Möglichkeiten bietet, sich zu treffen, aktiv zu sein oder einfach Zeit zu verbringen. Ihr achtet darauf, dass eure Interessen bei der Planung ernst genommen werden und der Platz nicht nur für Erwachsene gestaltet wird. 

Green City (Umweltschutzorganisation): Ihr betrachtet den Platz aus ökologischer Perspektive. Euch interessiert, wie der Raum zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen kann und wie natürliche Elemente integriert oder geschützt werden können. Ihr achtet darauf, welche Auswirkungen Veränderungen auf Umwelt, Klima und Lebensqualität in der Stadt haben könnten. 

Expert*innen für Mobilität und Verkehr: Ihr analysiert den Platz im Zusammenhang mit Bewegung und Erreichbarkeit. Ihr fragt euch, wie Menschen sich dort fortbewegen, wie der Platz in das Verkehrsnetz eingebunden ist und welche Auswirkungen Umgestaltungen auf Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und den Autoverkehr haben könnten. 

Gastronomie- und EventbetreibendeIhr betrachtet den Platz unter dem Aspekt seiner Bedeutung für die Attraktivität der Stadt. Euch interessiert, wie der Raum wirtschaftlich genutzt werden kann und welche Rolle er für Besucher*innen, lokale Betriebe und die Stadtentwicklung insgesamt spielt. Ihr achtet darauf, wie der Platz zur Stärkung des Standorts beitragen kann. 

 

Material 2: 

Antrag zur Neugestaltung des Exerzierplatzes 

im Rahmen einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadtentwicklung 

AUSGANGSLAGE 

Der Kleine Exerzierplatz im Herzen der Passauer Innenstadt stellt eine der wenigen verbliebenen größeren Freiflächen im innerstädtischen Bereich dar. Derzeit wird er vorwiegend für Veranstaltungen und den Wochenmarkt genutzt; die meiste Zeit bleibt die große Fläche jedoch ungenutzt und bietet wenig Aufenthaltsqualität. Angesichts der zunehmenden Versiegelung von Stadtflächen, des Klimawandels und des wachsenden Bedarfs an attraktiven, öffentlich zugänglichen Aufenthaltsräumen entspricht die aktuelle Nutzung nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemäßen, nachhaltigen Stadtentwicklung. 

ANTRAG 

Die Fraktion Zukunft & Nachhaltigkeit beantragt, der Stadtrat möge beschließen: 

  1. Ein offenes Planungsverfahren zur Neugestaltung des Kleinen Exerzierplatzes als multifunktionaler, klimaresilienter Stadtplatz einzuleiten.
  2. Im Zuge der Neugestaltung folgende Schwerpunkte verbindlich zu berücksichtigen: Entsiegelung und Begrünung, barrierefreie Aufenthalts- und Begegnungszonen, Erhöhung der allgemeinen Aufenthaltsqualität 

 BEGRÜNDUNG 

Öffentliche Plätze sind zentrale Orte des städtischen Lebens. Eine Neugestaltung des Exerzierplatzes bietet die einmalige Chance, Passau klimaresilient, sozial inklusiv und lebenswert weiterzuentwickeln – im Einklang mit den UN-Nachhaltigkeitszielen, insbesondere SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden. 

 

Die vorliegende Unterrichtsstunde als Word-Datei: https://t1p.de/MakingimVirtuellenRaum

 

Referenzen & Bezüge

Autenrieth, N. (2023): Virtuelle Welten gestalten. Die CoSpaces App im Kontext aktiver Medienarbeit und STE(A)M Education. In: technik-education (tedu.). Fachzeitschrift für Unterrichtspraxis und Unterrichtsforschung im allgemeinbildenden Technikunterricht 3. 3(1), 18-23. https://www.pedocs.de/volltexte/2023/26813/pdf/tedu_2023_1_autenrieth_virtuelle_Welten_gestalten_A.pdf (12.05.2026) 

BMZ (2025): SDG 1: Nachhaltige Städte und Gemeinden. https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-11 (12.05.2026)