Drum Circle – Die Gruppe groovt

Drum Circle – Die Gruppe groovt

Rhythmus im Dialog

Von Januar bis Mai hieß es dienstagnachmittags ab 17 Uhr im Zeughaus „Ihr müsst oft leise sein, nur hier nicht. Also: Lasst uns trommeln!“. Unter der Leitung von Streetworker und Initiator Ralf Grunow fand der Drum Circle als kostenfreies Angebot der Stadt Passau seit Jahresbeginn statt. Dieses Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene.

Nun heißt es über die Wintermonate erneut: „Lasst uns Trommeln!“ (Ralf Grunow). Seit 9. Oktober findet der Drum Circle wieder dienstags 17-19 Uhr im Zeughaus statt. Interessenten sind jederzeit herzlich willkommen!

„Drum Circle is a Tool. Drum Circles are not about Drums, are not about Drumming – Drum Circles create musical Communication!“

(Arthur Hull)

Drum Circle als Methode

Drum Circle ist als bewusst eingesetzte Methode zu verstehen, bei der viel nonverbale Kommunikation gefordert ist und das Motto gilt: „teach without teaching“. Die Leitung (facilitator) synchronisiert und orchestriert eine beliebig große Gruppe, setzt Impulse und initiiert einen Dialog – wobei im Blick behalten wird, wer was kann. Durch den hohen Aufforderungscharakter, der von Trommeln ausgeht, werden verschiedene Anschlagstechniken wie Bass, Tone, und Slap sowie musikalische Basis-Elemente wie Tempo, Dynamik und rhythmische Phrasierung spielerisch vermittelt. Charakteristisch ist der unüberhörbare Cowbell-Rhythmus, den die Leitung in der Kreismitte bei Übungen zum Vor- und Nachspielen vorgibt.

Beispielvideo: Drum Circle mit Kindern

Drum Circle für die Schule

Diese Form des spontanen miteinander Musizierens fördert auf spielerische Weise musikalische Kompetenzen und regt gruppendynamische Prozesse sowie Kommunikation unabhängig von Alter, Sprache und Herkunft an. So entstand die Idee, den Drum Circle im Rahmen eines Workshops der fächerübergreifenden Lernwerkstatt Kunst-Musik-Sport auch bei den Studierenden – angehenden Lehrkräften – zu bewerben. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin knüpfte Mirjam Sigl die notwendigen Kontakte und begleitete eine Gruppe Studierender und Kolleginnen zum Trommelabend.

Insbesondere Lehramtsstudierende sollen als Ergänzung zur einsemestrigen Basisqualifikation durch die Angebote der Kunst-Musik-Sport Lernwerkstatt vielfältig gefördert und mit Ideen und Handwerkszeug für die spätere Unterrichtspraxis ausgestattet werden. Die meisten von ihnen müssen künftig zwei dieser drei Fächer fachfremd unterrichten, d.h. während ihres Studiums erhalten sie nur begrenzt Einblicke in Inhalte und Didaktik dieser Fächer.

Der daraus häufig folgenden Unsicherheit in den nicht studierten Fächern soll mit den freiwilligen Zusatzangeboten der Lernwerkstatt Kunst-Musik-Sport entgegengewirkt werden. So ist es nicht verwunderlich, dass die Workshops gerne angenommen werden, da hier auf spielerische Weise praktische Elemente und Ideen erprobt werden, bei denen der Leistungsgedanke nicht im Vordergrund steht. Vielmehr werden die Studierenden bei diesem freiwilligen Zusatzangebot angeregt, ihre persönlichen Ressourcen und Kompetenzen zu erkennen und zu erweitern, ohne dabei überfordert zu werden.

Die Gruppe groovt

Den Drum Circle erlebten die teilnehmenden Studierenden und Mitarbeiterinnen der Universität als Gemeinschaftsevent, bei dem jede und jeder – unabhängig von musikalischer Vorbildung – willkommen ist. Ralf Grunow schaffte es durch geschickte Anleitung, engagierte Körpersprache und seine motivierende Art, dass die anfängliche, verkopfte Scheu überwunden wurde und aus der Gruppe heraus eine eigene Rhythmus-Improvisation entstand. Nach einigen „Call and Response Übungen (Beispielvideo)“ waren die Teilnehmenden gefordert, spontan zu improvisieren und eigene Rhythmusbausteine zu entwickeln. Dabei war es wichtig, aufeinander zu hören und sich mit einem individuellen Rhythmus in die Gruppe einzufügen, was für manchen durchaus Überwindung kostete. Die Begeisterung und das Staunen über den Groove, der in der Gruppe entsteht, wenn auch nur jede und jeder einen kleinen rhythmischen Baustein dazu beiträgt, waren den Teilnehmenden ins Gesicht geschrieben.

Drum Circle vernetzt Menschen. Beim Angebot der Stadt Passau wurden im rhythmischen Dialog Menschen zusammengebracht, die sonst im Alltag nicht zwangsläufig miteinander zu tun haben: Jugendliche, Auszubildende, Studierende, junge Erwachsene, Geflüchtete und vereinzelt auch ältere Semester, die die Freude am gemeinsamen Musizieren verbindet.

 

Über Ralf Grunow:

Ralf Grunow studierte nach seiner Ausbildung zum Erzieher an der Fachhochschule Regensburg  Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Musik und Bewegung. Sein musikalisches Handwerkszeug erweiterte er u.a. bei Meisterkursen von Robbie Ameen (drums) und Richie Flores (congas).

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